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Kraftwerk Niederaußem

Lebensdauermanagement für den 200 m hohen Naturzugkühlturm des BoA-Blocks K

Das im rheinischen Braunkohlerevier liegende Braunkohlekraftwerk Niederaußem hat eine elektrische Bruttoleistung von über 3600 MW. Im Jahr 2002 wurde von der RWE AG der neu errichtete Block K in Betrieb genommen. Der zum Block K gehörende Naturzugkühlturm erreicht nicht nur hinsichtlich seiner Kühlkapazität sondern auch in bautechnischer Hinsicht neue Dimensionen. Mit seiner Bauhöhe von 200 m war er einige Jahre das weltweit höchste Bauwerk seiner Art. Neben seiner Funktion der Kühlung des Kühlwassers wird der Kühlturm auch zur Ableitung der gereinigten Rauchgase genutzt. Um auf die zeit- und kostenaufwändige, obligatorische Beschichtung der Kühlturmschaleninnenfläche verzichten zu können, wurde - als weitere Innovation - erstmalig ein „säure-resistenter“ Hochleistungsbeton entwickelt und eingesetzt.

Mit den außergewöhnlichen Dimensionen des Bauwerks und dem Einsatz des neuartigen Betons wurde somit in mehrfacher Hinsicht bautechnisches Neuland betreten. Dem wurde im Rahmen der Auslegung und Bemessung des Kühlturmtragwerks sowie durch vielfältige Untersuchungen des Betons im Labor soweit wie möglich Rechnung getragen. Um das darüber hinaus verbleibende, durch Berechnungen und Laborversuche nicht auszuschließende Restrisiko bei technischen Neuentwicklungen sicher beherrschen zu können, wurde ein langjähriges Monitoring des ausgeführten Kühlturmtragwerks gemeinsam von RWE Energie AG, ZPP bzw. deren Ursprungsgesellschaft, und weiteren fachlich Beteiligten in den Jahren 1998 und 1999 konzipiert.

In den Jahren 2000 bis 2002 wurde das Kühlturm-Monitoring im Auftrag der RWE Power AG installiert und in Betrieb genommen. Mit Hilfe von zusätzlich durchgeführter, regelmäßiger Inspektionen können unvorhergesehene Ereignisse, wie z.B. ein Schadenseintritt möglichst frühzeitig erkannt werden. Um Schadensursachen identifizieren und bewerten zu können, kann eine Korrelation mit den gleichfalls im Rahmen des Bauwerk-Monitorings gemessenen Bauwerkseinwirkungen und den ggfs. veränderten Materialeigenschaften (z.B. in Form einer Nacherhärtung des Schalenbetons) durchgeführt werden. Mit den daraus abgeleiteten Erkenntnissen können rechtzeitig entsprechend erforderliche Abhilfemaßnahmen geplant, eingeleitet und in nachfolgenden Revisionszeiten umgesetzt werden.

Das Lebensdauermanagement erfolgt am Kühlturm K seit 2002 kontinuierlich durch ZPP. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen haben auch Eingang in die VGB-Richtlinie 613 „Leitfaden für das Lebensdauermanagement von Stahlbeton-Kühltürmen in Kraftwerken“ gefunden. Somit profitieren auch weitere Kühlturmneubauten vom erprobten, erfolgreich in Niederaußem umgesetzten Lebensdauermanagement.

Auftraggeber
RWE Service GmbH
Leistungszeitraum
seit 2002
Standort
Niederaußem, Deutschland
Leistungen
  • Erhalten

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